Erfolge im Kampf gegen HIV, Malaria und Armut - Salvatorianische Krankenstationen in Tansania

Jedes 6. Kind stirbt vor dem 5. Lebensjahr, 1 Bett für 1.000 Patienten und 5 Ärzte für 100.000 Einwohner – das ist die bittere Realität im ostafrikanischen Tansania. Besonders dramatisch ist die Gesundheitsversorgung der armen Landbevölkerung. Es fehlt an qualifiziertem Personal und Medikamenten, hinzu kommt oft schwierige Strom- und Wasserversorgung.
Die salvatorianischen Krankenstationen in Mkuranga, Namiungo und Morogoro kämpfen gegen die Armutsfalle. Sie behandeln über 20.000 kranke Menschen jährlich – mit großem Erfolg.

Anna und ihre Familie - Ohne Behandlung wären sie nicht mehr am Leben

Heute kann die kleine Anna mit ihrer Mutter und dem einjährigen Geschwisterchen ein fast normales Leben führen.* Doch im letzten Jahr kämpften alle drei um ihr Leben – gemeinsam mit Bruder Fulmence Nkane. Als Leiter unserer Krankenstation „St. Joseph“ in Namiungo erlebt er täglich großes Leid und schwere Armut, aber das Schicksal der kleinen Anna und ihrer Familie ging ihm besonders nah. Von der Geburt erfuhr er erst als es der ganzen Familie gesundheitlich schlecht ging. Eine entfernte Verwandte der Familie erzählte es ihm.

„Noch am selben Abend brach ich auf, um die Mutter und das Baby zu sehen“, schreibt er uns. „Als ich die beiden antraf, vermutete ich sofort eine HIV-Infektion.“ Sein Verdacht sollte sich bei den weiteren Untersuchungen in der Station bestätigen. Durch die Immunschwächekrankheit angeschlagen litten Anna, das Baby und ihre Mutter an Lungenentzündung, Ohr- und Hautinfektionen. Die Begleiterkrankungen hatten bereits ein lebensbedrohliches Ausmaß erreicht. Zum Arzt waren sie über Tage nicht gegangen, da ihnen das Geld fehlte.

„Wir erleben häufig, dass Menschen erst spät Hilfe suchen. Derweilen haben wir einen Vorrat an Medizin in der Krankenstation, die wir an besonders arme Menschen gratis oder stark reduziert ausgeben“, erklärt uns Bruder Fulmence. Mit diesen gespendeten Medikamenten konnte das medizinische Team der Station auch den drei Patienten helfen. „Ohne die kostenlose Behandlung wären sie heute mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr am Leben“ dankt Bruder Fulmence den Spendern.

Bruder Fulmence ist Geistlicher, Krankenpfleger und Stationsleiter zugleich
Unermüdlich ist er im Einsatz – ob bei den Vorsorgeuntersuchungen für Schwangere oder bei Krankenbesuchen in oft abgelegenen und schwer zugänglichen Gegenden. Ihm geht es um eine Rundumversorgung der Kranken und Bedürftigen.

Gesund geboren - Mit Therapie und Aufklärung gegen HIV

Wenden sich infizierte Schwangere zur Vorsorge an unsere Kranken- und Geburtszentren, können wir nicht nur wie im Fall der kleinen Anna akute Begleiterkrankungen heilen. Von Anfang kann eine Neuinfektion des ungeborenen Kindes verhindert werden.

Mit einer so genannten anti-retroviralen Therapie (ARV) während der Schwangerschaft kann der Virus im Körper der Mutter eingedämmt werden. Die Gefahr einer Übertragung bleibt so äußerst gering.  Laut Unaids sanken mit dieser Behandlungsmethode Neuinfektionen von Kindern in Tansania um über 70% seit 2009. Auch wir führen diese Therapie und Aufklärungskampagnen durch  – in Kooperation mit anderen staatlichen und kirchlichen Organisationen: In Mkuranga etwas arbeiten Salvatorianer mit Pasada zusammen, einer Organisation der Diözese Dar- es-Salaam.

Von großartigen Erfolgen mit der antiretroviralen Therapie kann auch Bruder Saria Jeremia, der Leiter unserer Krankenstation in Mkuranga, für das Jahr 2016 berichten: Von den 37 schwangeren Frauen, die dort mit ARV behandelt wurden, konnten 34 gesunde Kinder auf die Welt bringen.

Reduzierte Säuglingssterblichkeit – mit Impfungen, Aufklärungsarbeit und anti-retroviraler Therapie
Mangel- und Unterernaehrungsprogramme der salvatorianischen Geburtszentren
Täglich suchen viele Mütter mit ihren Babies und Kleinkindern die Geburtstationen der Salvatorianer auf. Geschultes Fachpersonal kümmert sich um Vor- und Nachsorgeuntersuchungen und leistet wichtige Aufklärungsarbeit in Mangel-Ernährungs-Programmen und HIV-Prävention.
Hebammen, Krankenschwestern, Ärzte und Apotheker leisten professionelle und nachhaltige Gesundheitsvorsorge – sei es bei Impfung oder Geburt. Bei allen Geburten in den salvatorianischen Mutter-Kind-Kliniken ist eine Fachkraft zugegen. Dies ist eine Ausnahme in den ländlichen Regionen im Osten Tansanias: Weniger als die Hälfte der Geburten verläuft dort mit professioneller, medizinischer Hilfe.

Armut muss nicht krank machen

Die Medikamente für die HIV-Therapie werden staatlich finanziert, nicht aber die Behandlung der Begleiterkrankungen oder die Vorsorge schwangerer Frauen. Mütter und Kranke sollen sich im Notfall und schon während der Schwangerschaft an unsere Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern wenden. Nicht erst wenn die Ernte verkauft und Geld verfügbar ist.

Daher ist es wichtig, dass die drei Stationen sich zwar selbst tragen, aber weiterhin keinen Profit erwirtschaften müssen. Nicht nur um die HIV-Epidemie einzudämmen, sondern auch um die vielen Krankheiten zu behandeln, die der Armut, mangelndem Zugang zu sauberem Trinkwasser und schlechter Hygienesituation geschuldet sind: Hepatitis A, Cholera, Typhus, Infektionskrankheiten des Magen-Darm-Traktes, Malaria.

Mitten auf dem Land fehlt es an viel von Geld bis Infrastruktur – umso wichtiger sind die drei salvatorianischen Stationen
Gerade die arme Landbevölkerung hat mit der schlechten Infrastruktur des Gesundheitssektors zu kämpfen. Es mangelt an Strom, an Zugang zu sauberem Trinkwasser, an finanziellen Mitteln und nicht zuletzt an Medikamenten und ärztlichen Zentren. Daher haben Salvatorianer genau an solchen Orten ihre Gesundheitszentren errichtet, um für die Menschen eine Gesundheitsversorgung zu erreichen, die sich wirklich jeder leisten kann.
Hauseigene Labors ermöglichen schnelle Diagnosestellung und Hilfe:  Alle drei Krankenstationen verfügen über eine gute Ausstattung und medizinisches Fachpersonal. Die Kosten für das Personal tragen die Stationen selbst – Profit soll und wird nicht erwirtschaftet. Um weiterhin bedürftige Menschen behandeln zu können, die sich Medizin und Arzt nicht leisten können, brauchen die Stationen Spendengelder für Medikamente und Ausrüstung.

Pläne für die Zukunft - Brunnenbau und Unterernährungsprogramm

Die drei Stationen bieten eine leistbare Behandlung und gute Versorgung der einfachen Landbevölkerung. Dies wird letztlich nur möglich durch Hilfe von außen:

Erst im vergangenen Jahr konnte durch die finanzielle Unterstützung des Katholischen Männerbundes ein Unterernährungsprogramm in Namiungo gestartet werden. 887 Kinder aus sieben Dörfern wurden untersucht. Fast die Hälfte konnte kein altersadäquates Gewicht aufweisen. Daraufhin startete das Ärzteteam mit Aufklärungsarbeit und verteilte Nahrungsmittel. Dieses Programm soll zukünftig ausgeweitet werden.

Gewichtskontrolle für eine bessere Versorgung von Babies und Kleinkindern
Wiegen in der Nachsorge – ein wichtiger Bestandteil des Programmes gegen Unter- und Mangelernährung
 
Viele Kinder weisen kein altersadäquates Gewicht auf. Daher ist Gewichtskontrolle und entsprechende Aufklärungsarbeit in den salvatorianischen Mutter-Kind-Kliniken essentiell.

Auch der Bau eines Brunnens ist geplant, der die Station in Namiungo mit fließendem Wasser versorgen soll. Derzeit müssen Krankenpflegerinnen und Helfer mehrmals am Tag zum 1 Kilometer entfernten Fluß, um Wasser zu holen. Zudem ist das Wasser des Flusses nicht für den Konsum geeignet. Die Bewohner Namiungos trinken es trotzdem. Eine Wasserquelle mit zwei Tanks zu je 5000 Litern würde viele Probleme lösen: Fließendes Wasser für die Station, bessere Hygiene und trinkbares Wasser für die Bevölkerung.

Es gibt viel zu tun, aber der Erfolg unserer Krankenstationen ist alle Mühen wert.

Fließendes Wasser gibt es nicht – Pflegerinnen und Helfer müssen den Fluss aufsuchen
Eine gebohrte Wasserquelle mit Tanks wäre die Lösung: Mehrmals am Tag gehen Angestellte das Wasser für die Krankenstation in Namiungo aus dem 1 km entfernten Fluss holen. Das Wasser ist nicht zum Verzehr geeignet – dennoch trinken es die Bewohner des Ortes. Der Brunnen würde viele Probleme der Krankenstation und des Ortes lösen.

So können Sie helfen

Spenden auch Sie Hoffnung mit dem Nötigsten. Es braucht nicht viel um Leben zu retten.

€ 32

2 Meter Tiefenbohrung

für den Brunnen der Krankenstation

€ 59

1 Woche Medikamente

für Notfälle, die sich die ärztliche Versorgung nicht leisten können

€ 95

Monatliches Gehalt

einer Krankenschwester

Standort
Mkuranga, Morogoro und Namiungo, Tansania

Mehr Details

Mehr Informationen zur Arbeit unserer Krankenstationen finden Sie hier

Noch einmal zum Nachlesen finden Sie den Artikel in unserem aktuellen Rundbrief

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