Frauen und Kinder fördern - mit pastoraler Ausbildung

Im Norden Kameruns organisieren die Salvatorianer Schulungen für rund 45 Katecheten in der Pfarrei Notre Dame de la Présentation. Die pastorale und zivilgesellschaftliche Ausbildung findet in den zwei Dörfern Hina und Mayo Laddé statt. Durch diese Bildungsmaßnahme sollen insbesondere die Frauen und Jugendlichen vor Ort gefördert werden.

Eine engagierte Diözese - auch in der Flüchtlingspolitik

Der nördliche Teil Kameruns befindet sich unmittelbar südlich der Sahara-Wüste. Die Länder der Sahelzone gehören zu den Ärmsten der Welt: Das Klima ist vorwiegend trocken und heiß, mit starken saisonalen Schwankungen bei Niederschlägen und Temperaturen. Die lokale Bevölkerung ist zudem von den Drohungen der islamistischen Gruppierung der „Boko Haram“ betroffen: Kämpfer der Boko Haram entführten bereits mehrere Einwohner, darunter Frauen und Kinder. Diese Situation führt zu einer weiteren Isolierung der marginalisierten Bevölkerung. Die lokale Diözese Maroua-Mokolo wurde 1973 gegründet und umfasst derzeit drei Abteilungen: Mayo-Sava, Mayo-Tsanaga und Diamaré. Es ist ein Mosaik aus ethnischen Gruppen (ca. 50), Sprachen (15 gesprochene Sprachen, die wichtigste davon ist Fulfulde), Landschaften, Kulturen und Lebensstandards. Die Diözese ist sehr gut organisiert und verfolgt zahlreiche Programme im Bereich Bildung und menschlicher Entwicklung. Derzeit ist eine ihrer Prioritäten die Unterstützung von Vertriebenen, die vor der Boko Haram fliehen.

Katecheten als Ünterstützung

Die salvatorische Pfarrei „Notre Dame de la Présentation“ befindet sich in der Stadt Hina. Seit 2007 sind Salvatorianer anwesend und führen die Gemeinde mit 36.000 Einwohnern in acht Bezirken. 80% der Bevölkerung ist muslimisch. Die Wahl für dieses Gebiet war bewusst, um pastorale und soziale Unterstützung für die Bevölkerung dieser vernachlässigten Region des Landes anbieten zu können. Mehr als die Hälfte der Frauen und Kinder in Hina und Umgebung sind stark von Armut betroffen. Nur wenige Frauen haben eine Ausbildung. Wegen des riesigen Territoriums können die beiden Priester der salvatorischen Pfarrei jede Gemeinde nur einmal im Monat besuchen. Deshalb sind die Aktivitäten der Katecheten, die die beiden Priester unterstützen, notwendig, um große Teile der Bevölkerung zu erreichen. Sie sollen auch der extremen Armut und den daraus resultierenden Herausforderungen wie etwa Analphabetismus, Alkoholismus und Drogenmissbrauch begegnen.

Interreligiöser Dialog als Friedensmittler

Durch die Ausbildung von lokalen Katecheten soll insbesondere das zivile als auch religiöse Leben von Frauen und Jugendlichen gefördert werden. Denn obwohl sowohl Frauen als auch Jugendliche die Mehrheit der Bevölkerung  darstellen werden ihre Bedürfnisse im Alltag kaum berücksichtigt und sind Ungleichheiten und Diskriminierungen ausgesetzt. Ein friedlicher interreligiöser Dialog ist ein weiteres Ziel dieser Initiative. Die zukünftigen Katecheten sind ein wertvoller Beitrag zur menschlichen Entwicklung in der Stadt Hina und ihrer Umgebung, vor allem durch die Förderung der pastoralen und bürgerlichen Bildung. Ihre pastoralen Tätigkeiten sollen später der gesamten Gemeinschaft nützen. Diese lokale Initiative wird vom örtlichen Bischof, Mgr. Bruno Ateba Edo, unterstützt. Die Ausbildung dieser Menschen ist eine wichtige Tätigkeit und hat für die Gemeinde und das umliegende Territorium einen positiven Multiplikator-Effekt, wodurch am Ende rund 36.000 Menschen erreicht werden.

Unser Projekt in Bildern

So können Sie helfen

 

Unterstützen Sie unsere beiden Mitbrüder in Kamerun bei Ihrer pastoralen Bildungsarbeit und die jungen Katecheten bei ihrer Aufgabe, den interreligiösen Dialog zu fördern.

Das zivilgesellschaftliche Engagement soll Kreise ziehen und andere begeistern, damit aus der kleinen lokalen Initiative eine nachhaltige Entwicklung für die 36.000 Menschen der Region entstehen kann.

Standort
Hina und Mayo Laddé, Kamerun

Lage in Kamerun

Nach Angaben des Human Development Index der Vereinten Nationen schneidet Kamerun im Vergleich zu den meisten anderen Staaten Afrikas relativ gut ab. Dennoch leiden vor allem die ländlichen Regionen an Nahrungsmangel und Entwicklungs-Rückstand. Außerhalb der großen Städte erhalten Kinder  häufig keinen Zugang zum Bildungssystem. Frauen leiden nicht selten an Diskriminierung und bleiben ohne Ausbildung. Aufgrund seiner Grenzlage zu Nigeria wird gerade der Norden des Landes immer wieder von terroristischen Aktivitäten der Boko Haram heimgesucht. Es ist keine leichte Aufgabe für unsere beiden Priester, die dort zwei Gemeinden betreuen. Um so wichtiger ist die Mitarbeit der Gemeinschaft.

Noch Fragen?