Mit Bildung gegen Armut - Das Projekt in Kürze

Die Kinder des Parola Slums in Manila werden oft in zerrüttete Familien hineingeboren und wachsen auf Müllhalden auf, wo sie Klebstoff schnüffeln und in Abflusskanälen schlafen und wo sexueller Missbrauch und Kriminalität weitverbreitet sind. Etwas zu lernen und sich eine Zukunft aufzubauen ist ihnen fast unmöglich.

Um diesen Kindern zu helfen, bieten wir eine innovative Ausbildung direkt im Slum an: ein alternatives Bildungsprogramm, das sie auf einen gleichwertigen Highschool-Abschluss vorbereitet.

Situation vor Ort

In Metro Manila, der dichtest bevölkerten Metropolregion auf den Philippinen, leben die Ärmsten in Slums, den Notstandsgebieten des Ballungsraumes. Etwa 2,5 Millionen Männer, Frauen und Kinder wohnen dort auf unbebautem Land, dem Besitz von Privatpersonen oder der Regierung. Der Großteil lebt entlang der Flüsse und Bäche, auf Müllhalden, entlang von Zuggleisen, unter Brücken, neben Fabriken oder Industriegebieten. In den Slums von Parola und Payatas brechen viele Kinder die Schule ab oder schreiben sich erst gar nicht ein, da sie bereits in jungen Jahren zum Lebensunterhalt der Familie beitragen wollen und müssen.

Alternatives Lernen

Um der Problematik der zahlreichen Schulabbrecher zu begegnen, startete die philippinische Re- gierung im Jahr 1999 das so genannte Alternative Learning System Programm (ALSP). Das Programm ermöglicht den Schülern, in einem bestimmten Zeitraum die gesamte Primar- oder Sekundarschule zu absolvieren. Da die Ausbildung mit freier Zeiteinteilung und nicht institutionalisiert verläuft, können die Schüler weiterhin arbeiten.

Mit dem Programm konnte zwar die Hauptursache für den vorzeitigen Schulabbruch beseitigt wer- den, die dafür angesetzten Schulgebühren waren jedoch für viele Familien aus den Slums zu hoch. Daher gründeten die Salvatorianer 2010 eine lokale NGO, Puso sa Puso, die ein eigenes alternatives Lernprogramm entwickelte: ALSA BUHAY. Mit ihm konnten mittlerweile rund 600 Kinder unter 6 Jahren für die Schule und über 1200 Schüler für den Schulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg vorbereitet werden. Zusätzlich wurden in dieser Zeit über 600 Familien aus den Slums von Parola und Payatas spirituell betreut und mit Essen versorgt.

Erziehung- und Livelihoodprogramme

In den letzten Jahren konnte das Projekt konstant ausgebaut werden und hält heute eine Vielzahl an unterschiedlichen Programminhalten bereit – sowohl für Kinder und Jugendliche, wie für gesamte Familien:

ALSA BUHAY als Kern des Projekts: Primar- und Sekundarschulbildung für Schulabbrecher. Durch individuelle Betreuung, Begleitung und Lernen ist das Ausbildungskonzept auf die Bedürfnisse der einzelnen SchülerInnen zugeschnitten.

Frühkindliche Pflege und Entwicklung – für Kinder unter 6 Jahre: Internationale Freiwillige vermitteln kleinen Kinder auf spielerische Weise Grundkenntnisse und bereiten sie auf die Primarschule vor. Mit spezieller Lernbetreuung senken sie die Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Schulabbruchs.

Lebenshilfe – Programm und Training für ALSA BUHAY SchülerInnen: Es besteht aus einem breitgefächerten Angebot an Schulungen und bildungs- und bewusstseinsfördernden Maßnahmen, die Selbstwertgefühl, positive Werte, Motivation und Perspektiven eröffnen und gleichzeitig die Gefahren durch frühe Schwangerschaften oder durch Drogenmissbrauch reduzieren. Zusammengefasst versetzt das Programm Kinder in die Lage, ein würdiges Leben in Gemeinschaft und Familie zu führen.

Begleitendes Service Programm für die Eltern der SchülerInnen: Die Eltern werden von Anfang an in das Projekt einbezogen, indem sie über die Bedeutung von Bildung und deren positive Auswirkung auf ihr eigenes Leben und das ihrer Kinder aufgeklärt werden.

Sensibilisierungs-Training für Eltern und Erziehungsberechtigte der SchülerInnen zur Rolle und Verantwortung der Elternschaft, zu Kinderschutz und -rechten (CRC – Convention of the Rights of the Child), zu häuslicher Gewalt und Gleichberechtigung.

Berufstraining – „Von der Anmeldung zur Anstellung“: Während der Wartezeit bis zu den Prüfungsergebnissen erhalten die AbschlussschülerInnen und ihre Eltern ein Training, in dem sie kleinere, Ein- kommen schaffende Tätigkeiten kennenlernen – als berufliche Alternativen zur Müllverwertung.

Ernährungsprogramm „Reis für die Schule“: SchülerInnen, die regelmäßig an den Unterrichtsstunden teilnehmen, erhalten monatlich 20 Kilogramm Reis.

Unser Projekt in Bildern

So können Sie helfen

In den vergangenen drei Jahren waren 774 Schüler eingeschrieben. Mit Ihrer Hilfe können es noch viel mehr werden.

Die Kosten für den kompletten Kurs betragen 330 € für einen Schüler.

Schenken auch Sie den Kindern in Manilas Slums eine Zukunft.

Standort
Manila, Philippinen
Janelle erzählt

Die Slums - Parola und Payatas

Parola ist mit 205.800 Quadratmetern einer der größten Slums auf den Philippinen. Nach aktuellen Schätzungen leben dort mehr als 60.000 Menschen, davon etwa 50% Kinder. Parola gilt als einer der dichtest besiedelten Orte der Welt. Dort fehlen die wichtigsten Grundeinrichtungen, die eine größere Gemeinschaft benötigt. Es gibt kein Gesundheitszentrum, nur etwa die Hälfte der Haushalte hat Strom-, nur 40% Wasserzugang. Das Gebiet am Fluss ist besonders durch Überflutungen und Hurricans bedroht. Die Menschen halten sich als Rickshawfahrer, Haushaltshilfen, Reinigungskräfte und Müllsammler über Wasser oder führen kleine Kioske. Auch das Häuten von Knoblauch ist ein gängiger Weg, Geld zu verdienen.

Payatas ist eine der größten Mülldeponien im zweiten Distrikt von Quezon City, Metro Manila. Bereits 2010 hatte das Gebiet 119.053 Einwohner. Der Großteil von Ihnen lebt unter der Armutsgrenze. Die Bewohner kommen vor allem aus Katastrophen gebeutelten Konfliktzonen der Philippinen. Es gibt keine Bildungschancen für junge Menschen. Wie in Parola besucht hier nur eine geringe Zahl an Kindern die Schule oder beendet diese gar. Auch hier liegt der Anteil der Kinder und Jugendlichen im Schulalter bei rund 32%. Der Großteil von ihnen verbringt seine Tage mit dem Sammeln von wieder- verwertbarem Material. 12 bis 16 Stunden täglich durchsuchen ganze Familien den Müll vor Ort: Sammeln, sortieren und verkaufen ihn. Über 50% der Kinder leiden an Mangelernährung ersten bis dritten Grades.

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