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Mit Nadel und Faden Frauen fördern

Artikel vom 31. März 2020

Fortbildungskurse sichern Familien im indischen Laitkynsew ein zusätzliches Einkommen. Diese Kurse im Jordan Vocational Trainings Center (JVTC), wie etwa Schneiderseminare, richten sich vor allem an Frauen.

Geschichten des Wandels
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Fortbildungskurse sichern Familien im indischen Laitkynsew ein zusätzliches Einkommen. Diese Kurse im Jordan Vocational Trainings Center (JVTC), wie etwa Schneiderseminare, richten sich vor allem an Frauen. Mit dem dort erworbenen Wissen tragen die Frauen aber nicht nur zum Einkommen der Familien bei, sie gewinnen auch ein Stück weit Unabhängigkeit.

Situation vor Ort (2019):

Die Pfarrgemeinde Laitkynsew ist wie der ganze Nordosten Indiens vom Rest des Landes so gut wie abgeschnitten. Es gibt nur wenig Infrastruktur. Industrie sucht man vergebens. Arbeit gibt es vor allem in der Landwirtschaft. “2000 Familien leben hier, verstreut auf 36 Dörfer. Die meisten Männer arbeiten als Taglöhner und verdienen nur wenig”, erzählt der Salvatorianer Pater Noble. Rund 10.000 Rupien, umgerechnet 128 Euro, braucht eine Familie im Monat für den Kauf von Lebensmittel, die Stromrechnung, Kleidung, die Kindererziehung (Uniformen, Bücher, Schuhe, etc.). Besonders schwierig wird es für die Familien während der Regenzeit. Vor rund drei Jahren begann Pater Noble daher, nach Lösungen zu suchen, um die Familien in seiner Gemeinde finanziell abzusichern. Gemeinsam mit der indischen Organisation “WISE India” (Women in Science and Engineering) entwickelte er ein Schulungsprogramm für die Frauen in der Region. WISE ist Expertin auf dem Gebiet der Frauenförderung. Mit Kampagnen, Bildungsarbeit und Fortbildungen stärkt die Institution seit Jahren die Frauenrechte in Indien und schützt Frauen und deren Familien vor sexueller wie finanzieller Ausbeutung.

Ziel:

WISE half den Salvatorianern vor Ort verschiedene Fertigkeiten zu identifizieren, die einfach vermittelt werden können und gleichzeitig Produkte zu finden, die gute Absatzmöglichkeiten in der Region haben. Daraus entstanden u.a. Nähkurse, die seit Ende 2017 zweimal im Jahr angeboten werden. Die Nachfrage ist groß, denn für die Frauen in Laitkynsew bieten sie eine größere finanzielle Sicherheit und ein Stück Unabhängigkeit. Das Ziel der Kampagne „Mit Nadel und Faden Frauen fördern“ war es Spendengelder zu sammeln, um den Kursbesucher*Innen die Angebote möglichst günstig anbieten zu können.

Projektverantwortlicher vor Ort:

Fr. Ambrose Lamin SDS

Spendeneinnahmen (2019):

€ 4.593.-

Projektumsetzung vor Ort (2019):

Stolz erzählt eine Frau: „Jetzt kann ich dank der Ausbildung auch in der Regenzeit Zuhause arbeiten. Noch dazu sind diese Tätigkeiten mit keinen Fixzeiten verbunden; wann immer ich Zeit finde, kann ich sie zum Nähen nutzen.” Man spürt, dank der Heimarbeit hat Samina nicht nur Zeit gewonnen – für die Hausarbeit und die Kinder -, sondern auch ein großes Stück Selbstwertgefühl. Im Januar 2020 erreichte uns der schriftliche Dank aus Laitkynsew: „Grüße aus der Gemeinde Laitkynsew, und vielen Dank für die Hilfe! Wir konnten nun Wachs für den Kurs zur Herstellung von Kerzen kaufen, sowie 25 Bienenstöcke für den Workshop zur Herstellung von Honig. Das übrige Geld sichert das Gehalt der Lehrer. Außerdem können wir nun in jedem Kurs vier Personen den Seminarbesuch kostenlos anbieten.“

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