Im Dezember 2018 wurde Br. Joby Philip Koonthamattathil zum Generalmissionssekretär der Salvatorianer ernannt. Wie er seine Aufgabe sieht und welche Pläne er für die Zukunft hat, darüber sprach mit uns.
Im Dezember 2018 wurde Br. Joby Philip Koonthamattathil zum Generalmissionssekretär der Salvatorianer ernannt. Wie er seine Aufgabe sieht und welche Pläne er für die Zukunft hat, darüber sprach mit uns.
Seit Juli 2017 arbeiten sie im Projektbüro der Salvatorianer „SOFIA“ in Rom. Welche Erfahrungen waren für Sie hier besonders wichtig?
Br. Joby Philip: Das Salvatorianische Büro für Internationale Hilfe (SOFIA) ist das Projektbüro der Salvatorianer mit Sitz in Rom. Über SOFIA werden soziale und pastorale Aktivitäten in mehr als 20 verschiedenen Ländern unterstützt. Mit Juli 2017 habe ich begonnen, bei SOFIA zu arbeiten. Damals hatte ich gerade meinen MBA in Personalmanagement gemacht. Ich beschäftige mich seither mit dem Management von Projekten, mit einem Fokus auf die englischsprachigen afrikanischen Länder. Ich genieße meine Arbeit bei SOFIA und freue mich, dass ich dadurch auf das Leben vieler bedürftiger Menschen in den Entwicklungsländern positiv einwirken kann.
Seit 8. Dezember 2018 sind Sie Generalmissionssekretär. Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie für Ihre neue Aufgabe?
Br. Joby Philip: Die Rolle des Generalmissionssekretärs war schon immer eine Herausforderung, und ich glaube nicht, dass es in Zukunft anders sein wird. Die größte Herausforderung als Missionssekretär besteht wohl darin, die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit zu treffen, auch was die Aufgaben der Gesellschaft betrifft, da diese Entscheidungen gleichzeitig die Zukunft der Salvatorianer beeinflussen. Es erfordert viel Einsicht, Gebet und ein umsichtiges Urteilsvermögen, wenn wir entscheiden, wo wir eine neue Mission beginnen wollen und für welchen Auftrag wir uns engagieren sollen. Es gab ein enormes Wachstum in Bezug auf die Anzahl der Missionsgründungen innerhalb der Gesellschaft, und ich hoffe, dass ich die gleiche Wachstumsphase fortsetzen kann. Ich glaube, dass unsere Expansion wertlos wäre, wenn sie nicht zur Mission der Weltkirche beiträgt. Unsere Sendung ist Ausdruck des einzigartigen Charismas, das P. Jordan, unserem Gründer, gegeben wurde, um zur Mission der Weltkirche aufzurufen. Ich freue mich darauf, zur Missionsausbreitung beizutragen, wie von unserem Gründer gewünscht.
Wo sehen Sie besonders positive Entwicklungen in der Gesellschaft und wo wären ihrer Meinung nach Veränderungen nötig?
Br. Joby Philip: Die Expansion der Gesellschaft außerhalb Europas ist sowohl eine beeindruckende als auch eine anspruchsvolle Entwicklung. Es ist sehr positiv, da es neue und junge Mitglieder anzieht, das Charisma und die Sendung der Gesellschaft in verschiedenen Teilen der Welt fortzusetzen. Es ist allerdings gleichzeitig auch eine enorme Herausforderung, da sowohl materielle als auch personelle Ressourcen erforderlich waren, um die Ausbildung der neuen Mitglieder zu ermöglichen und neue Apostolate zu gründen. Obwohl wir viele Einladungen erhalten, eine neue Mission in verschiedenen Teilen der Welt zu starten, sind wir in unserer Anzahl begrenzt. Das traditionelle Konzept, Missionare von Europa in andere Teile der Welt zu entsenden, ist keine praktische Lösung mehr, da unsere Mitglieder in Westeuropa immer älter und weniger werden. Wir sehen nun einen Rückstrom von nicht-europäischen Missionaren, die nach Europa kommen, um den Sendungsauftrag der Kirche zu unterstützen. Ich hoffe, dass die Gesellschaft mit der wachsenden Zahl von Berufungen in verschiedenen Teilen der Welt auch in Zukunft viel erreichen kann.
Wie sieht es aus derzeit mit dem Ordensnachwuchs und der Ausbildung der angehenden Salvatorianer aus?
Br. Joby Philip: Bei den Salvatorianern sind etwa 500 junge Männer in verschiedenen Ausbildungsphasen in Asien, Afrika und Lateinamerika. Die Gesellschaft befindet sich außerhalb Westeuropas in einer Wachstumsphase. Dieses Wachstum wird die Nachhaltigkeit der salvatorianischen Missionen auf der ganzen Welt sicherstellen. Gleichzeitig ist es bedauerlich, dass wir die Anzahl neuer Kandidaten in der Ausbildung oft beschränken müssen, weil es an den verfügbaren Ressourcen für ihre Ausbildung mangelt. Die Gesellschaft möchte eine gute Qualität der Ausbilder gewährleisten. Man hat nun begonnen, in Rom 24 Salvatorianer vorzubereiten, die sich mit der ganzheitlichen Ausbildung in verschiedenen Teilen der Welt befassen.
Was sind ihre wichtigsten Ziele in den kommenden Jahren?
Br. Joby Philip: Das letzte Generalkapitel der Gesellschaft weist zu Recht darauf hin, dass die Mission mehr als nur eine Priorität ist. Die Mission ist unsere Berufung, sie ist unser Leben. Mein Ziel wäre es, den mir anvertrauten Auftrag zu erfüllen, d.h. die Expansion und das Wachstum unserer Gesellschaft in Treue zum Charisma der Gesellschaft und im Dienst an der universellen katholischen Kirche voranzutreiben. Eine meiner Prioritäten wäre es, das Missionsziel der Gesellschaft, nämlich sich insbesondere an den Rändern der Welt einzusetzen, wieder zu entdecken.
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