Wer satt ist, entkommt der Armut

Hunger ist allgegenwärtig. Mehr als 342 Millionen Menschen leiden derzeit an Unterernährung. Die Auswirkungen sind dramatisch – gerade für Babys und Kleinkinder: Alle 10 Sekunden stirbt ein Kind unter 5 Jahren an den Folgen. Häufig verhindert gerade der Hunger auch alle anderen Hilfsmaßnahmen. Denn wer hungert, ist nicht nur arm, er bleibt es auch. Wer hungert, kann sich nicht gesund entwickeln, kann nicht arbeiten und nicht lernen. In zahlreichen Initiativen bekämpfen Salvatorianer daher zunächst einmal erfolgreich den Hunger. Einige dieser weltweiten Programme stellen wir ihnen heute vor.

Venezuela und der Hunger

„Mama, ich bin hungrig und habe Bauchschmerzen“, klagt die 9-jährige Emily* ihrer Mutter. Emily ist eines von tausenden Kindern, das derzeit unter der Krise in Venezuela leidet. Nahrungsmittel sind knapp und überteuert, Eltern können ihre Kinder kaum noch ernähren. Der Hunger hat auch Auswirkungen auf das Bildungssystem. „Eine ganze Generation wird zurückgelassen“, erklärt Luis Bravo, Bildungsforscher an der Universität Caracas. Denn in dem einst reichen Land sind heute zahlreiche Schulen geschlossen. Allein seit September 2019 verweigern rund 550.000 Lehrer und Lehrerinnen den Unterricht. Mit ihrem monatlichen Einkommen von 7 Euro können sie schlichtweg nicht überleben. Wo noch Unterricht stattfindet, berichten Medien von regelmäßigen Ohnmachtsanfällen, weil die Kinder mit leerem Magen in die Schule kommen.

Erfolgreiche Schulspeisung in Caracas

Nicht so in den vier Schulen der Salvatorianer in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas. Dort konnten wir gemeinsam mit dem Salvatorianer Pater Luis Domingo und dank großzügiger Spenden im letzten Jahr mit einer täglichen Schulspeisung den Hunger beenden. Carla Navarro, Koordinatorin des Projektes, schreibt uns im letzten Bericht: „Durch unsere Initiative erreichen wir 1622 Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 17 Jahren. Die Schüler sowie das Schulpersonal erhalten jeden Tag ein Frühstück. Pro Monat werden rund 23.000 Frühstücke verteilt.“ Der Erfolg der Initiative lässt sich sehen: Aktuell besuchen trotz der Krise über 80% der Schüler den Unterricht und werden endlich wieder satt. Daher soll das Projekt fortgeführt werden, denn ein Ende der Krise ist derzeit nicht in Sicht.

Unterernährungsprogramm in Namiungo

Mangel- und Unterernährung kennt auch der Salvatorianer Bruder Fulmence. Er leitet die St. Joseph Krankenstation in Namiungo im Süden Tansanias. Jeder neunte Säuling ist hier unterernährt. Seit vier Jahren hilft Bruder Fulmence nun Kindern unter 5 Jahren und schwangeren Frauen durch ein umfangreiches Unterernährungsprogramm. Zusammen mit dem Kinderarzt Dr. Joseph Ng’ombo besucht er die sieben umliegenden Dörfer, prüft Gewicht, Ernährung und Gesundheit der Kinder und Frauen.
Über 3.500 Kinder hat das Programm bereits erreicht – mit beachtlichem Erfolg wie Bruder Fulmence berichtet: „Die Anzahl unterernährter Kinder in unserem Programm nimmt aktuell ab. Außerdem arbeiten wir bei Schwangeren mit einer neuen Methode, die von der Weltgesundheitsorganisation für Erwachsene verwendet wird; wir testen bei Schwangeren sowohl die Hämoglobin-Werte als auch Malaria. Manchmal ist Malaria die Ursache für Fehlgeburten. Zusätzlich besuchen Frauen, die ein Kind erwarten, unsere Workshops, damit sie einen Sinn für ausgewogene Ernährung erhalten.“

Nahrung ermöglicht Bildung in Manila

„Wir unterstützen die Familien unserer Schüler mit Reis“ erzählt die Salvatorianerin Schwester Frances Mangabat, die Koordinatorin unserer Containerschulen „Puso Sa Puso“ in den Armenvierteln Manilas, der Hauptstadt der Philippinen. „Rice for School“ heißt die Initiative und ergänzt die täglichen Mahlzeiten für Schülerinnen und Schüler aus gutem Grund: Der Hunger zwingt hier tausende Kinder aus den Slums zur Arbeit. Knoblauch schälen, Müll sammeln – damit müssen sie zum Lebensunterhalt der Familien beitragen. Sie brechen die Schule ab oder gehen erst gar nicht zum Unterricht. Durch die Reisvergabe ist die Ernährung der Familien sichergestellt, ein echter Anreiz, die Kinder zum Unterricht zu schicken, Dass rund 90% der Schüler in „Puso Sa Puso“ die Schule erfolgreich zu Ende bringen, dafür sorgt neben anderen Maßnahmen auch „Rice for School“.
Doch damit nicht genug: Bei zahlreichen Katastrophen in der Vergangenheit versorgte das Team von „Puso Sa Puso“ tagelang hunderte Menschen mit Nahrungsmitteln. Das letzte Mal vor zwei Jahren bei einem Großbrand im Armenviertel Tondo, bei dem über Nacht 10.000 Menschen obdachlos wurden. Solche Hilfe im Katastrophenfall ist nur möglich, wenn genügend finanzielle Reserven vorhanden sind. Denn jede ungebundene Spende ermöglicht unseren Projektpartnern und Patres vor Ort die schnelle Hilfe im Katastrophenfall.

Unser Projekt in Bildern

So können Sie helfen

 
Eine Schulmahlzeit

für ein Monat

€ 37

Nahrung für Mütter

für ein Monat

€ 68

Beenden Sie gemeinsam mit uns den Hunger!

Standort
Caracas, Venezuela

3 erschreckende Fakten zum Thema Hunger

  • 342 Millionen Menschen leiden an
    chronischem Hunger.
  • 5 Millionen Kinder sterben jährlich an den Folgen von Unterernährung.
  • Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen von Hunger.
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