Im Dezember 2021 eröffnete eine ganz besondere Einrichtung für den Kinderschutz in Morogoro, Tansania: Im One Stop Health Center der Salvatorianer arbeiten Psychologen, Ärzte, Polizei und Anwälte gemeinsam unter einem Dach. Sie helfen Kindern und Jugendlichen, die Opfer von Gewalt und Missbrauch wurden.
In Tansania wird jedes dritte Mädchen unter 18 Jahren sexuell missbraucht – meist im familiären Umfeld. Das One Stop Health Center (OSHC) in Morogoro bietet diesen Kindern dringend benötigte Hilfe aus einer Hand. Psycholog:innen, Sozialarbeiter:innen, Anwält:innen, Ärzt:innen und Polizei arbeiten gemeinsam, um Betroffenen Schutz, Unterstützung und neue Hoffnung zu bieten.
In Tansania ist sexuelle Gewalt gegen Kinder ein alltägliches und erschütterndes Problem.
Eine Studie in der Umgebung unseres Kinderschutzzentrums ergab: 60% der Kinder und Jugendlichen erleben Gewalt – emotional, körperlich und/oder sexuell. DieTäter stammen oft aus der Familie oder dem nahen Umfeld.
Die Kinder und Jugendlichen bleiben meist allein zurück. Viele schweigen, weil sie nicht wissen, an wen sie sich wenden können, oder weil die Täter geschützt werden. Statt Hilfe und Gerechtigkeit erfahren die Opfer oft Stigmatisierung und Ausgrenzung.
Diese Realität macht deutlich: Es braucht sichere Anlaufstellen, die Kinder ernst nehmen, schützen und begleiten.Genau hier setzt das One Stop Health Center (OSHC) in Morogoro an – ein Ort, der Hoffnung schenkt und das Schweigen durchbricht.
Zentraler Schutzpunkt: Das OSHC vereint medizinische, psychologische, rechtliche und soziale Hilfe an einem Ort – damit sich die Betroffenen nicht durch ein Labyrinth kämpfen müssen
Uni-Partnerschaft als Stärke: Als erstes dieser Art in Tansania ist das Zentrum nicht an ein Krankenhaus, sondern an die Jordan University College (JUCO) angebunden. Diese Nähe zur Universität stärkt die Professionalisierung und das Vertrauen in die Einrichtung
Breites Schulungsnetzwerk: Seit Herbst 2021 wurden 300 Lehrkräfte, 1.500 Studierende und weitere wichtige Akteure wie Gemeindemitglieder geschult, um Missbrauch frühzeitig erkennen und melden zu können
Verbreiteter Schutz: Etwa 400 speziell geschulte Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner stehen in den Schulen und Stadtteilen bereit, informieren über Rechte und bieten Unterstützung
Jährlich starke Wirkung: Über 1.000 betroffene Kinder und Jugendliche erhalten jährlich konkrete Hilfe im OSHC – mit medizinischer Versorgung, psychologischem Beistand und rechtlicher Unterstützung
Virginia Nzamwita, Psychologin am One Stop Health Center (OSHC) in Morogoro, Tansania, sitzt vor Alika* und macht sich Notizen. Alika ist gerade einmal 13 Jahre alt – und im siebten Monat schwanger. Der Vater ihres Kindes ist ein Motorradfahrer. Er war schon weit über 20 Jahre alt, als er sie missbrauchte.
Für Virginia ist Alika kein Einzelfall. „Die Opfer sind meistens zwischen 6 und 12 Jahren. Oft geschieht der Missbrauch im häuslichen Umfeld. Häufig sind es aber auch Motorradfahrer, die die Kinder zur Schule bringen“, erzählt sie.
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