In den Straßen der Millionenmetropole Cali in Kolumbien stellen sich 150 Kinder aus den Armenvierteln der tagtäglichen Gewalt entgegen. Gemeinsam mit einem Team aus Freiwilligen und dem Salvatorianer Padre Guillermo kämpfen sie für einen friedvolleren Alltag und eine bessere Zukunft für sich und die Menschen in den Barrios.

Ein Land im Krieg

Cali: Millionenmetropole in Kolumbien. In den Armenvierteln herrscht das Gesetz des Stärkeren. Drogen- und Alkoholabhängige beherrschen das Strassenbild. Viele Kinder leiden unter seelischer und körperlicher Gewalt zu Hause und auf der Strasse. Ein behütetes Zuhause ist für viele der Kinder dort ein Traum. Fast die Hälfte der Kinder hat ein Elternteil verloren.

Tausende arbeiten als Schuhputzer, waschen Autoscheiben, um zum Lebensunterhalt der Familien beizutragen. Für Schule und Bildung bleibt kaum Zeit. Armut, Depression, Isolation und Verzweiflung prägen den Alltag der Kinder. Viele suchen Zuflucht in Drogen oder schließen sich kriminellen Banden an.

„Kolumbien ist ein Land im Krieg“ beschreibt der Salvatorianer Padre Guillermo Mesa Velasquez seine Heimat. Keiner kennt die Not der Kinder so gut wie er. Er wuchs selbst in Armut auf, erlebte die tatägliche Gewalt und kennt die Ursachen für die nicht enden wollende Gewaltspirale. Es ist die Perspektivlosigkeit der Familien in den Barrios. Und es ist ein Alltag der den Kindern von klein auf vorlebt, dass Gewalt die einzige Lösung aller Probleme ist.

Ein Traum vom Frieden

Mit seiner 2009 gegründeten Stiftung „Fusempaz“ versucht Padre Guillermo daher nicht nur die Folgen der täglichen Gewalt zu heilen, sondern auch deren Ursachen zu bekämpfen. Mit Sport, Musik, Tanz und professioneller, psychologischer Betreuung heilt er die tiefen Wunden der Kinder und fördert Lebensmut und Kreativität. Mit Nähkursen für die Mütter und Nachhilfeunterricht für die Kinder verbessert er die beruflichen Perspektiven und die finanzielle Situation der Familien. Zugleich lehrt er den Familien gewaltfreie Konfliktlösungsstrategien.

Rüchhalt und Gemeinschaft erleben
Bei Gruppenmeditation und gemeinsamen Spiel und Sport lernen die Kinder echte Gemeinschaft und Solidarität. Die gemeinsamen Freizeitaktiviäten stärken die Kinder und geben ihnen den nötigen Rückhalt und Orientierung.
Armut durch Bildung bekämpfen
Nachhilfe in Lesen und Schreiben verbessern die schulischen Leistungen und beruflichen Perspektiven.  Die Mütter erhalten Nähkurse und Basiswissen in Betriebswirtschaft, um die Familien finanziell zu entlasten und zu stützen.
Frieden lernen und teilen
Padre Guillermo begleitet die Familien der 150 Kinder, gemeinsam mit einem Psychologen lernen sie in Gruppen- und Einzelsitzungen, Konflikte und Probleme ohne Aggressionen zu lösen.

Nachhaltige Veränderungen

Alle Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass sich das Leben der Familien und der Kinder ändert. Sie sollen Frieden finden, lernen und weitergeben und so langfristig den Alltag und das Leben der Menschen in den Barrios verändern.

Cristian Cancimance, Pädagoge bei Fusempaz, ist davon überzeugt, dass die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Helfer in der Kinderbetreuung und der Familienbegleitung zu einer friedvolleren Zukunft führt: „Ich glaube, dass wir mit jeder unserer Maßnahmen unauslöschliche Spuren hinterlassen, die das Leben der Kinder, der Familien und der Viertel dauerhaft verändern werden.“

Übersetzt bedeutet Fusempaz Frieden säen und genau darum geht es der Stiftung: Es soll ein friedvolleres Zusammenleben in den Vierteln und ein Umfeld entstehen, in dem zukünftige Generationen und die Kinder von heute behütet und sicher aufwachsen können.

Erfolg in Zahlen

Das Programm läuft seit Jahren erfolgreich. Insgesamt werden derzeit 30 Jugendliche und 120 Mädchen und Jungen im Alter bis 10 Jahren betreut. 90 Familien nehmen die Angebote der Stiftung wahr.

Ein Großteil der 12 ehrenamtlichen Kinderbetreuer nahm in jungen Jahren selbst am Programm teil. Heute geben sie weiter, was sie selbst erlebt und gelernt haben. James Manzano, mittlerweile Profitänzer, etwa teilt sein Talent mit den kleinen Primaballerinas. „Für mich ist Fusempaz zu einer zweiten Heimat geworden und hat mich zu der Persönlichkeit gemacht die ich heute bin“, erzählt Isabella Benavidez, die in ihrer Freizeit die Kinder beaufsichtigt.

„Es ist eine wunderbare Erfahrung, dass diese Kinder, die ohne Zuneigung unter schwierigsten Bedingungen aufwachsen immer noch ein Lächeln übrig haben. Dieses Lächeln ist der schönste Lohn für meine Arbeit.“

Magdalena Ortiz, ehrenamtliche Kinderbetreuerin

10.000 € für 150 Kinder und 365 Tage

Im kommenden Jahr benötigt die Stiftung Ihre Hilfe: Es müssen einige kleinere Anschaffungen für den Musik- und Sportunterricht getätigt werden. Auch die Gehälter des Psychologen und der beiden Pädagogen müssen gezahlt werden.

Nur rund 10.000 € sind nötig, um das Programm auch im kommenden Jahr wieder im vollen Umfang durchführen zu können und den Kindern die nötige Hilfe zu schenken.

So können Sie helfen

Spenden auch Sie Hoffnung und Frieden. Nicht einmal € 10.000 sind nötig um allen 150 Kindern und ihren Familien zu helfen. Jeder Euro hilft und kommt sicher an.

€ 24

Psychologische Betreuung

für ein Kind für ein Jahr

€58

monatliches Gehalt

für den Spanischlehrer oder Musiklehrer

€ 107

Ausrüstung für die Sportworkshops

umgelegte Kosten pro Monat

Feliz Navidad

Unsere Kinder aus Cali haben unsere diesjährige Weihnachtskarte gestaltet. Mit unserer Karte werden auch Sie zu einem Botschafter des Friedens.
Mehr zur Aktion finden sie hier.

Standort
Cali, Kolumbien

Mehr Details

Mehr Informationen zur Arbeit von Fusempaz finden Sie hier

Noch einmal zum Nachlesen finden Sie den Artikel in unserem aktuellen Rundbrief

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