Ein Missionar in Taiwan – Nachruf auf Pater Andreas Mohr

Mitte November ging der Salvatorianer Pater Andreas Mohr von uns. Viele Jahre setzte er sich als Missionar in Taiwan für die indigene Bevölkerung ein. Nun verstarb er in hohem Alter in Kaisermühlen.

Kindheit und Jugend

Pater  Andreas wurde am 6.11.1937 in Dornbirn in Vorarlberg geboren. Mit 1 ½ Jahren verlor er seinen Vater durch eine Blutvergiftung. Zurück blieb die Mutter mit 4 Kindern. Sie heiratete dann Rudolf Grabherr. Seine Kindheit verbrachte Pater Andreas in Lustenau. 1950 ging er in das Internat der Salvatorianer nach Lochau bei Bregenz. Nach der Matura bat er 1957 um die Aufnahme in das Noviziat der Salvatorianer auf dem Klosterberg in Passau. Am 11.10.1958 legte er seine erste Profess ab und absolvierte dort das Theologiestudium. Im Passauer Dom empfing Pater Andreas am 29. Juni 1964 die Priesterweihe und feierte in seiner Heimat am 12. Juli die Primiz. “Gott hat mich ans Ziel geführt!” So überschrieb Pater  Andreas seine Einladung zur Priesterweihe und Primiz. Darin bittet er um die Begleitung im Gebet und kündigt an: “Zugleich kann ich Ihnen voll Freude mitteilen, dass mich meine Oberen zum Missionar von Formosa berufen haben, wohin ich bereits anfangs September abfahren werde.”

Die schönste Wallfahrtskirche Taiwans

Der Generalobere, Pater Bonaventura Schweizer SDS, freute sich über seine Missionsbegeisterung und sandte ihn im September nach Taiwan. Interessiert und eifrig lernte er 3 Jahre Chinesisch. Seine erste Stelle war Wulai, eine unwegsame, schroff-felsige Bergregion, in der die geringgeschätzten Indigenen lebten und nie zuvor eine Missionsstation war. Er ließ sich ganz auf sie und die Situation ein. So kamen z. B. die Indigenen durch ihn zu einer eigenen Schrift. Pater  Andreas baute – stark von Vorarlberg her unterstützt – hoch über Wulai „Maria Hilf“, die schönste Wallfahrtskirche Taiwans.

Schenfu, du bist unser Vater

35 Jahre lang war Pater Andreas ein Missionar der alten Schule. Für seinen Totaleinsatz bekam er die hohe national-chinesische Auszeichnung „Guter Mensch, gute Sache“. Selbst die älteren Indigenen sagten zu ihm „Schenfu (= Priester), du bist unser Vater“. Gesundheitsbedingt kehrte er 2000 nach Europa zurück und unterstützte in Temesvar / Rumänien die junge, kleine Gemeinschaft.

Letzte Jahre in Kaisermühlen

Pater Andreas letzte Station war das Kolleg Kaisermühlen in Wien. Dort kümmerte er sich von 2005 bis 2014 um die chinesische Gemeinde. Ein schwerer Unfall beendete diesen Dienst. Als interessierter und wacher Mensch, zufrieden und betend verbrachte er nun seinen Lebensabend im Haus Pater Jordan in Kaisermühlen. Am 17. November 2020 ist Pater Andreas verstorben. Er ist jetzt endgültig am Ziel angekommen.

Bild: Roman Picha

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