Wasserversorgung im Kongo

Hilfe durch Wasser im Kongo (2020)

 Jeden Tag sterben rund 800 Kinder an Durchfallerkrankungen, verursacht durch verschmutztes Trinkwasser und mangelnde Hygiene. Weltweit haben mehr als zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Auch in der Region Kapanga im Süden der Demokratischen Republik Kongo ist der Wassermangel für die lokale Bevölkerung eine tägliche Herausforderung.

Situation vor Ort (2020)

Die kleine Mali* ist erst sieben Jahre alt und trägt bereits große Verantwortung. Sie holt täglich das Wasser für die Familie und läuft dafür knapp 3 km. Für den beschwerlichen Weg braucht sie mehr als eine Stunde. Obwohl sie früh am Morgen aufbricht, wird es schnell heiß, Schweiß tropft von Malis Stirn. Hat sie die Wasserstelle erreicht, muss Mali warten, bis alle anderen Mädchen und Frauen, die vor ihr da waren, ihre Eimer mit Wasser gefüllt haben. Muss Mali lange warten, kommt sie zu spät zur Schule. Mali lebt in Kapanga, im Süden der Demokratischen Republik Kongo. Dort sind die von der Regierung installierten Bohrlöcher und Brunnen meist kaputt, Quellen für sauberes Wasser nur mühsam erreichbar, mit dramatischen Folgen für die Bevölkerung: Krankheiten wie Durchfall und Cholera, die gerade mit frischem Wasser und Hygiene vermeidbar wären, gefährden besonders das Leben kleiner Kinder, Schwangerer und älterer Menschen. Frauen und junge Mädchen, die in der Regel für das Wasserholen verantwortlich sind, werden auf den langen Wegen häufig Opfer gewaltsamer Übergriffe und von Vergewaltigungen. Gerade in der langen Trockenzeit von fünf Monaten führt der Wassermangel zudem zu Spannungen in der Bevölkerung.

Ziel (2020)

Seit 1955 engagieren sich die Salvatorianer im Rahmen ihrer pastoralen Mission auch in nachhaltigen Bildungs- und Gesundheitsprojekten in der Region Kapanga (DRC). 2014 bauten sie – auch aufgrund von Fördergeldern der EU – ein Wasserkraftwerk (ELKAP), das heute mehr als 45.000 Einwohner mit Strom versorgt. Weitere Wasserbrunnen werden kontinuierlich von den Salvatorianern saniert. Die kostengünstigen Reparaturen erzielen eine hohe Wirkung: Für die Familien wird die Entfernung zu sauberem Wasser reduziert, und damit die Zeit, die für das Wasserholen benötigt wird. Mädchen wie Mali können so wieder regelmäßig am Unterricht teilnehmen. Nicht nur das Risiko von Krankheiten, auch die Gefahr der Gewalt an Frauen wird drastisch minimiert. Durch Sensibilisierungskampagnen mit der italienischen NGO „CISP“ wird die Wirksamkeit des Projektes dauerhaft sichergestellt und ein Wasserkomitee wird zukünftig Wartung und Instandhaltung der Brunnen garantieren.

Projektverantwortlicher vor Ort: Pater Jaak Henkens SDS

Spendeneinnahmen (2020): rund € 16.000

Projektumsetzung vor Ort (2020/2021):

Pater Jaak schreibt uns: „Das Projekt ELKAP verfügt über ein sehr umfangreiches Stromnetz, das die Gemeinden Musumba, Ntita, Kaleng und Kapanga miteinander verbindet; ELKAP ermöglicht den problemlosen Anschluss von elektrischen Wasserpumpen, da sich mehrere Bohrbrunnen in unmittelbarer Nähe des Stromnetzes befinden. Wir verwenden Pumpen von guter Qualität, speziell entwickelt für ländliche Gebiete, die nicht zu schnell pumpen und daher nicht sofort den Brunnen autrocknen. Letztes Jahr wurden neue Sanierungsarbeiten an Brunnen gestartet, um bereits gebohrten Brunnen in Musumba-Kapanga mit einer elektrischen Tauchpumpe auszustatten, um die Lebensbedingungen der Menschen zu erleichtern. Auch das ist eine Erlösungsarbeit, nicht wahr? Durch Elkap und unsere Wasserarbeiten bringen wir den Menschen Licht und Wasser.“

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